Durch den medizinischen Fortschritt werden die Menschen in Deutschland und Europa immer älter. Doch nicht immer ist es möglich, den Lebensabend komplett allein meistern zu können, denn immer mehr Ältere sind auf fremde Hilfe angewiesen. Natürlich bietet die gesetzliche Pflegeversicherung Möglichkeiten, die Kosten der Pflegebedürftigkeit abzusichern. Allerdings werden hierbei monatlich nur bestimmte Beträge, die sich an der vom medizinischen Dienst festgestellten Pflegestufe orientieren, ausgezahlt. Gerade bei schwerer Pflegebedürftigkeit sind diese Beträge oft nicht ausreichend, so dass das eigene Vermögen zur Begleichung der Kosten des Pflegedienstes oder der Heimunterbringung herangezogen wird. Sollte das eigene Vermögen nicht ausreichen, können unter gewissen Umständen auch die Kinder zur Bezahlung herangezogen werden. Menschen, die über kein oder nur geringes Vermögen verfügen, werden zwar vom Sozialamt unterstützt, sie können sich dann unter Umständen nicht eigentlich notwendige Betreuung aber nicht leisten.
Wer im Pflegefall die best mögliche Versorgung wünscht und den Kindern die Bezahlung der Heimunterbringung ersparen möchte, kann eine private Pflegeergänzungsversicherung abschließen. Diese Versicherung steht sowohl Selbstständigen als auch Arbeitnehmern zur Verfügung und in verschiedenen Varianten abgeschlossen werden. So bietet die Pflegezusatzversicherung zum einen die Absicherung über die Pflegetagegeldversicherung. Bei einer Pflegebedürftigkeit erhalten Betroffene dann das jeweils für die Pflegestufe vereinbarte Pflegetagegeld, welches sowohl für die ambulante als auch die stationäre Pflege und sogar für die Pflege von Angehörigen eingesetzt werden kann. Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Pflegegeldversicherung, die im Versicherungsfall bis zu 100% der Kosten für die ambulante und stationäre Pflege übernimmt. Jeder Versicherte erhält dann die von ihm gewünschten Leistungen, und zwar ohne eigene, private Zuzahlung. Eventuell vorhandenes Vermögen kann dann für eigene Wünsche oder aber für die Kinder aufgespart werden.
Pflegeergänzungsversicherungen bieten unter Umständen zudem die Bezahlung eines Einmalbetrages bei plötzlicher Pflegebedürftigkeit. Diese Einmalzahlungen ermöglichen einen eventuell notwendigen Umbau der eigenen Wohnung, um trotz Einschränkungen so lange wie möglich zu Hause leben zu können.
Das Angebot an Pflegezusatzversicherungen wird von Jahr zu Jahr größer, denn die finanziellen Probleme der gesetzlichen Pflegeversicherung werden größer, wodurch in Zukunft mit Leistungseinschränkungen gerechnet werden muss. Wichtig ist dabei, die Leistungen sowie die Preise der Versicherungen zu vergleichen.
Die Preise einer Pflegezusatzversicherung orientieren sich am Alter sowie am Geschlecht des Versicherten, denn anhand dieser Faktoren kann die Versicherung die Wahrscheinlichkeit einer späteren Pflegebedürftigkeit ermitteln. Wie bei vielen Vorsorgeversicherungen gilt daher: Je jünger der Versicherte bei Abschluss des Vertrages ist, desto niedriger sind die Beiträge.
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