Wir kennen in Deutschland zwei verschiedene Formen der Krankenversicherung. Das sind die Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und die Privaten Krankenversicherungen (PKV).
Der Beitrag der GKV wird prozentual vom Bruttoverdienst erhoben. Damit sind die Altersrückstellungen hier so nicht notwendig und gegen Beitragserhöhungen, oder gesetzliche Veränderungen ist der Bürger machtlos.
Anders ist es bei den PKV: hier wird der Beitrag nach den versicherten Leistungen, dem Eintrittsalter und weiteren Kriterien erhoben. Er ist unabhängig vom Einkommen, und lohnt sich daher besonders für Leute, die relativ viel Geld verdienen. Private Krankenkassen bilden zusätzlich Beitragsrückstellungen für das Alter, damit die Beiträge der älteren Versicherungsnehmer nicht so stark steigen.
Dabei sollte der Privatpatient beachten, dass bisher die Krankenkosten immer wesentlich mehr und schneller gestiegen sind, als mit den Beitragsrückstellungen abgeschätzt wurde.
Ein weiterer wesentlicher Nachteil hoher Beitragsrückstellungen zeigt sich im Wettbewerb zwischen den Anbietern von PKV bei der Gewinnung von Neukunden. Wenn Neueinsteiger die Beiträge vergleichen, ist der Anbieter mit hohen Altersrückstellungen auf den ersten Blick im Beitrag höher als ein anderer mit geringeren Rückstellungen. Die Altersrückstellungen bleiben damit in der Regel zu niedrig.
Für einen 35 jährigen Privatpatienten wird sich der Versicherungsbeitrag bis zum Eintritt in die Altersrente etwa verdreifachen. Die Altersrückstellungen fangen nur etwa 50% der Erhöhungen ab.
In den vergangenen Jahren haben sich die Beiträge der PKV etwa alle 12 Jahre verdoppelt. Ein Privatpatient sollte sich darauf einstellen und entsprechende Vorsorge treffen, um im Alter die gestiegenen Beiträge daraus zu finanzieren. Eine Rückkehr zur GKV, wie noch vor Jahren, ist nicht mehr möglich. Wenn die Beiträge zu hoch werden, kann der Privatpatient nur noch in einen Basistarif der PKV wechseln.
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